Coronachten

Coronachten

Von Lukas Bayer

 

Von drauß vom Walde da komm ich her,

ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.

All überall vor den Einkaufsmärkten

stehen Schlangen bis zu Nachbars' Gärten,

 

Der Kaufrausch treibt den Deutschen um,

keine Geschenke zu haben wäre ja dumm

und peinlich gegenüber der Familie zugleich.

Da macht man doch gerne auf reich.

 

Pandemie hin und Pandemie her,

bald sind auch die letzten Regale leer.

Der pandemiebewusste Globe-Trotter

gibt Amazon derweil seinen Schotter.

 

Ich mein, ist ja auch völlig klar,

schließt der Einzelhandel ist der Konzernriese da

und rettet so manchen Noteinkauf.

Sonst wären die Kinder ja auch schlecht drauf

 

Das Weihnachtsessen wird derweil noch geshoppt,

im Lidl sich um den letzten Weihnachtsbraten gekloppt.

Doch statt echten Schlägereien dieses Jahr,

wird drohend gehustet, wie wunderbar.

 

Oma und Opa werden dieses Jahr nicht besucht,

so mancher freut sich insgehemein verrucht.

Drum wird's ne Feier im kleinen Kreis,

oder mit Video call (was ein… cleverer Einfall)

 

Das Modell "Freunde- statt Familienfeier",

dafür interessiert sich oben kein Geier.

Mit der Familie ihr feiern sollt,

so hat's die Politik gewollt.

 

Und auch für Weihnachtsmuffel ganz klar,

akzeptiert das dieses Fest wichtiger war

als Silvester. Ist ja die alte Leier,

die Politik bestimmt die Priorität der Feier.

 

Die Gastro hängt nun mehr am letzten Tropf,

die Chance zu unterstützen packt man am Schopf!

Mit Abstand und Maske rennt daher so manch Bürger

durch den Drive-In für noch n' letzten Burger.

 

 

Weihnachtspartys und -märkte sind mir nicht begegnet,

die Kultur hat längst das zeitliche gesegnet.

Clubs, Veranstalter und alle anderen sehen rot,

so bald vor Ende sind viele fast tot.

 

Von draußen vom Walde da komm ich her,

ich muss euch sagen: die können nicht mehr,

das Jahr ist beschissen, da hilft nur noch Humor,

zieht doch einfach Silvester vor.

 

Drum bleibt daheim und feiert schön

Bleibt daheim, singt in tiefsten Höhn,

Bleibt daheim und stopft euch voll,

Bleibt daheim und streitet euch doll.

 

Macht doch das gleiche wie die Jahre zuvor,

(außer ihr seid jetzt ein Weihnachtschor),

nur kleiner und vielleicht entfernter,

telefoniert mit Opa Werner,

grüßt über Zoom auch Oma Hilde,

aber seid bitte vor allem im Bilde:

Es geht auch irgendwann mal rum,

Fidelbumm.

Ok, mir gehen langsam die Reime aus,

drum zieh ich wieder zum Wald hinaus.

 

Seid kreativ und macht's beste drauß,

wie ich

denn statt einem Schokonikolaus

wurds ein Gedicht

das ich euch hiermit schenken darf,

ihr wart (fast) alle ja auch brav.

Also wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfeste

und von Herzen wirklich nur das Beste.